Was kostet Überwintern in Griechenland?
- Marten Holzinger

- 10. Juli
- 8 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Juli

Den Winter in Griechenland verbringen: Das bedeutet Sonne, Meer, gutes Essen und deutlich mehr Lebensqualität als im kalten Deutschland. Gerade Orte wie Kreta, der Peloponnes, Athen, Thessaloniki oder kleinere Küstenorte sind bei Menschen beliebt, die dem deutschen Winter zumindest für ein paar Monate entfliehen möchten.
Aber was kostet Überwintern in Griechenland wirklich? Die kurze Antwort: Für eine einzelne Person solltest du je nach Wohnort und Lebensstil ungefähr mit 1.100 bis 1.900 Euro pro Monat rechnen.
Wer sehr einfach lebt, eine günstige Wohnung findet und viel selbst kocht, kann darunter liegen. Wer zentral wohnen, regelmäßig essen gehen, ein Auto mieten oder auf einer beliebten Insel leben möchte, sollte eher am oberen Ende planen.
Wichtig ist: Griechenland ist im Winter oft günstiger als in der Hauptsaison, aber nicht automatisch billig. Vor allem Mieten und Energiekosten können stark schwanken.
Warum Griechenland zum Überwintern so beliebt ist
Griechenland ist für viele attraktiv, weil es innerhalb der EU liegt, den Euro nutzt und trotzdem ein deutlich anderes Lebensgefühl bietet. Du brauchst als EU-Bürger für einen kürzeren Aufenthalt kein Visum, kannst relativ unkompliziert einreisen und bleibst kulturell und geografisch nah an Deutschland.
Dazu kommt das Klima. Griechenland ist im Winter kein tropisches Reiseziel, aber deutlich milder als Mitteleuropa. Besonders Südkreta, der Peloponnes und manche Inseln bieten im Winter viele angenehme Tage, auch wenn Regen, Wind und kühle Abende dazugehören. Gerade Kreta wird im Winter häufig als mildes Reiseziel beschrieben; die Temperaturen liegen dort je nach Monat und Region oft im Bereich von etwa 10 bis 18 Grad.
Der größte Vorteil: Du kannst im Winter oft günstiger wohnen als im Sommer, Touristenorte sind leerer und das Leben ist ruhiger. Gleichzeitig solltest du vorher prüfen, ob in deinem Wunschort im Winter genug geöffnet ist. Auf manchen Inseln schließen viele Restaurants, Cafés und Unterkünfte außerhalb der Saison.
So viel kostet Überwintern in Griechenland pro Monat
Als grobe Orientierung kannst du für eine Person mit folgendem Monatsbudget rechnen:
Kostenpunkt | Realistische Spanne pro Monat |
Unterkunft | 500–1.100 € |
Nebenkosten & Internet | 150–300 € |
Lebensmittel | 250–400 € |
Restaurants, Cafés & Freizeit | 150–350 € |
Mobilität | 30–250 € |
Krankenversicherung, Sonstiges & Rücklagen | 100–250 € |
Gesamt | ca. 1.100–1.900 € |
Diese Werte sind bewusst als Richtwerte zu verstehen. Der größte Unterschied entsteht fast immer bei der Unterkunft. Wer ein möbliertes Apartment für mehrere Monate außerhalb der Hauptsaison mietet, kann oft gute Deals finden. Wer dagegen zentral in Athen, in beliebten Vierteln, auf Kreta in Chania oder in sehr touristischen Orten wohnen möchte, zahlt deutlich mehr.
1. Unterkunft: Der größte Kostenblock
Die Unterkunft entscheidet am stärksten darüber, wie teuer dein Winter in Griechenland wird. Für ein einfaches möbliertes Apartment kannst du außerhalb der absoluten Toplagen mit etwa 500 bis 800 Euro pro Monat rechnen. In beliebten Städten, zentralen Lagen oder bei sehr schönen Wohnungen sind 800 bis 1.100 Euro oder mehr realistisch.
Zum Vergleich: Numbeo nennt für Griechenland im Juni 2026 durchschnittlich rund 492 Euro für eine 1-Zimmer-Wohnung im Stadtzentrum und rund 392 Euro außerhalb des Zentrums. Für möblierte Kurzzeit- oder Wintermieten können die Preise aber höher liegen, weil Vermieter oft Nebenkosten, Ausstattung, flexible Mietdauer oder Plattformgebühren einpreisen.
Gerade in Athen solltest du die Preise nicht unterschätzen. Reuters berichtete 2026, dass die Mieten in Athen zwischen 2019 und 2024 um mehr als 50 Prozent gestiegen sind. Als Gründe werden unter anderem Wohnungsknappheit, Golden-Visa-Investitionen und Kurzzeitvermietungen genannt.
Tipp: Für das Überwintern lohnt es sich, direkt nach Monatsrabatten zu fragen. Viele Unterkünfte, die im Sommer teuer vermietet werden, stehen im Winter leer. Besonders bei Aufenthalten von zwei bis vier Monaten sind individuelle Preise oft realistischer als die normalen Tagespreise auf Buchungsplattformen.
2. Nebenkosten: Strom und Heizung nicht unterschätzen
Viele denken bei Griechenland sofort an Sonne und Wärme. Trotzdem können die Nebenkosten im Winter spürbar sein. Vor allem ältere Wohnungen sind nicht immer gut isoliert. Wenn mit Klimaanlage, Elektroheizung oder mobilen Heizgeräten geheizt wird, kann Strom teuer werden.
Für Nebenkosten, Internet und Handy solltest du grob 150 bis 300 Euro pro Monat einplanen. Numbeo nennt für Griechenland durchschnittlich rund 192,57 Euro für Basis-Nebenkosten einer 85-Quadratmeter-Wohnung, dazu rund 28,48 Euro für Internet und rund 21,52 Euro für einen Mobilfunktarif mit mindestens 10 GB Datenvolumen.
Wenn du eine Unterkunft buchst, solltest du deshalb genau fragen:
Ist Strom inklusive?
Wie wird geheizt?
Gibt es eine Klimaanlage mit Heizfunktion?
Ist die Wohnung wintertauglich?
Sind Internet, Wasser und Müllgebühren enthalten?
Gerade bei längeren Aufenthalten kann der Unterschied zwischen „alles inklusive“ und „Strom extra“ am Ende mehrere hundert Euro ausmachen.
3. Lebensmittel: Günstig, wenn du lokal einkaufst
Für Lebensmittel solltest du als Einzelperson ungefähr 250 bis 400 Euro pro Monat kalkulieren. Wer viel selbst kocht, auf Märkten einkauft und lokale Produkte nutzt, kommt meist günstiger weg. Wer viele importierte Produkte, Speziallebensmittel oder deutsche Marken kauft, zahlt entsprechend mehr.
Besonders attraktiv sind lokale Märkte. Dort bekommst du Obst, Gemüse, Oliven, Käse, Fisch und andere regionale Produkte oft frischer und günstiger als im Supermarkt. Gerade wenn du mehrere Monate bleibst, lohnt es sich, die Einkaufsmöglichkeiten in deinem Ort kennenzulernen.
4. Restaurants, Cafés und Freizeit
Essen gehen ist in Griechenland ein wichtiger Teil des Alltags. Für viele gehört der Kaffee am Meer, die Taverne am Abend oder der kleine Snack zwischendurch einfach zum Überwintern dazu.
Für Restaurants, Cafés und Freizeit solltest du je nach Lebensstil etwa 150 bis 350 Euro pro Monat einplanen. Wenn du regelmäßig essen gehst, steigt dein Monatsbudget schnell. Wenn du dagegen hauptsächlich selbst kochst und nur gelegentlich in Tavernen gehst, kannst du deutlich sparen.
5. Mobilität: Ohne Auto günstiger, mit Auto flexibler
In Athen kommst du mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zurecht. Ein Standardticket kostet dort 1,20 Euro, ein 30-Tage-Pass für den Stadtverkehr ohne Flughafenstrecken kostet 27 Euro.In kleineren Orten, auf Inseln oder in ländlichen Regionen sieht es anders aus.
Dort kann ein Auto sehr hilfreich sein, besonders wenn du außerhalb des Zentrums wohnst oder viel erkunden möchtest. Dann musst du aber deutlich mehr Budget einplanen.
Für Mobilität kannst du grob rechnen:
30–60 Euro pro Monat, wenn du hauptsächlich öffentliche Verkehrsmittel nutzt
100–250 Euro pro Monat, wenn du gelegentlich Mietwagen, Taxi oder längere Fahrten nutzt
deutlich mehr, wenn du dauerhaft ein Auto mietest
Ein Auto lohnt sich besonders, wenn du auf Kreta, dem Peloponnes oder in kleineren Orten wohnen möchtest. Wer dagegen in Athen oder Thessaloniki überwintert, kann oft gut ohne Auto leben.

6. Krankenversicherung und Absicherung
Wenn du nur einige Wochen oder wenige Monate in Griechenland bist, solltest du vorab prüfen, wie du krankenversichert bist. Für EU-Bürger ist die Europäische Krankenversicherungskarte wichtig, aber sie ersetzt nicht immer eine vollwertige Auslandskrankenversicherung. Gerade für längere Aufenthalte, private Behandlungen oder Rücktransport kann zusätzlicher Schutz sinnvoll sein.
Plane für Versicherung, Medikamente, kleinere Arztkosten und Rücklagen mindestens 50 bis 150 Euro pro Monat ein. Wenn du privat versichert bist, besondere gesundheitliche Bedürfnisse hast oder sehr lange bleibst, kann es mehr sein.
Beispielbudget 1: Sparsam überwintern in Griechenland
Wenn du günstig leben möchtest, eine einfache Unterkunft außerhalb der teuersten Gegenden findest und viel selbst kochst, kann dein Budget so aussehen:
Kostenpunkt | Monatliche Kosten |
Unterkunft | 550 € |
Nebenkosten & Internet | 170 € |
Lebensmittel | 280 € |
Restaurants & Freizeit | 120 € |
Mobilität | 50 € |
Sonstiges & Rücklagen | 100 € |
Gesamt | ca. 1.270 € |
Dieses Budget ist realistisch, wenn du nicht in einer Toplage wohnst und bewusst auf deine Ausgaben achtest.
Beispielbudget 2: Komfortabel überwintern in Griechenland
Wenn du zentraler wohnen, öfter essen gehen, Ausflüge machen und etwas mehr Komfort haben möchtest, kann dein Monatsbudget eher so aussehen:
Kostenpunkt | Monatliche Kosten |
Unterkunft | 850 € |
Nebenkosten & Internet | 230 € |
Lebensmittel | 350 € |
Restaurants & Freizeit | 250 € |
Mobilität | 150 € |
Sonstiges & Rücklagen | 150 € |
Gesamt | ca. 1.980 € |
Das ist besonders realistisch für beliebtere Gegenden, schönere Wohnungen oder Menschen, die Griechenland nicht nur als günstigen Rückzugsort, sondern auch als Erlebnis nutzen möchten.
Welche Orte eignen sich zum Überwintern in Griechenland?
Kreta ist wahrscheinlich eine der beliebtesten Optionen. Die Insel ist groß, bietet auch im Winter Infrastruktur und hat mit Städten wie Chania, Rethymno, Heraklion oder Agios Nikolaos mehrere interessante Orte. Der Vorteil: Kreta fühlt sich auch außerhalb der Saison lebendig an, zumindest in den größeren Städten.
Athen ist ideal, wenn du Kultur, Cafés, Restaurants, gute Anbindung und Stadtleben möchtest. Die Winter sind milder als in Deutschland, aber nicht immer ruhig. Dafür hast du viele Möglichkeiten und brauchst oft kein Auto.
Thessaloniki ist etwas nördlicher und im Winter kühler, bietet aber viel Stadtleben, gute Gastronomie und oft ein authentischeres Gefühl als stark touristische Orte.
Peloponnes eignet sich gut für alle, die es ruhiger mögen. Städte wie Kalamata oder Nafplio können interessant sein, wenn du Meer, Natur und kleinere Städte bevorzugst.
Inseln wie Rhodos oder Korfu können schön sein, aber du solltest genau prüfen, wie viel im Winter geöffnet ist. Manche Orte wirken außerhalb der Saison sehr ruhig.
Wie lange darf man als EU-Bürger in Griechenland bleiben?
Als EU-Bürger kannst du grundsätzlich in ein anderes EU-Land reisen und dich dort aufhalten. Für Aufenthalte über drei Monate kann jedoch eine Registrierung im Aufenthaltsland erforderlich sein. Die EU informiert allgemein, dass man sich nach drei Monaten im neuen Land bei der zuständigen Behörde registrieren müssen kann.
Für Griechenland gilt: EU-Bürger, die länger als drei Monate bleiben möchten, müssen sich nach Ablauf dieser drei Monate persönlich bei den zuständigen Polizeibehörden ihres Wohnorts registrieren.
Wenn du nur zwei bis drei Monate überwinterst, ist der organisatorische Aufwand meist geringer. Wenn du vier, fünf oder sechs Monate bleiben möchtest, solltest du dich vorher genauer mit Anmeldung, Versicherung, Steuerfragen und möglichen Fristen beschäftigen.

Spart man beim Überwintern in Griechenland wirklich Geld?
Das hängt stark davon ab, womit du vergleichst. Gegenüber einem teuren deutschen Stadtleben kann Griechenland günstiger sein, vor allem wenn du eine gute Wintermiete findest und viel selbst kochst. Gegenüber einer bereits günstigen Wohnsituation in Deutschland ist der Unterschied kleiner.
Außerdem solltest du nicht nur die monatlichen Kosten betrachten. Dazu kommen eventuell:
Hin- und Rückflug
Gepäckkosten
Mietkaution
Auslandskrankenversicherung
Mietwagen oder Transfers
doppelte Kosten, falls deine Wohnung in Deutschland weiterläuft
Anschaffungen vor Ort
Wenn du deine Wohnung in Deutschland behältst und zusätzlich in Griechenland mietest, ist Überwintern natürlich deutlich teurer. Wenn du flexibel bist, keine doppelten Wohnkosten hast und eine gute Monatsmiete findest, kann Griechenland dagegen sehr attraktiv sein.
Fazit: Was kostet Überwintern in Griechenland?
Für das Überwintern in Griechenland solltest du als Einzelperson ungefähr 1.100 bis 1.900 Euro pro Monat einplanen. Sparsame Überwinterer können mit einer günstigen Unterkunft und einfachem Lebensstil auch mit etwa 1.200 bis 1.400 Euro auskommen. Komfortabler wird es ab etwa 1.700 bis 2.000 Euro pro Monat.
Der wichtigste Kostenfaktor ist die Unterkunft. Danach folgen Nebenkosten, Lebensmittel, Freizeit und Mobilität. Besonders Strom und Heizung solltest du im Winter nicht unterschätzen, auch wenn Griechenland insgesamt deutlich milder ist als Deutschland.
Wenn du gut planst, frühzeitig nach Wintermieten suchst und den passenden Ort wählst, kann Griechenland ein wunderbarer Ort sein, um dem deutschen Winter zu entfliehen. Mit mehr Sonne, mehr Meer und einem entspannteren Alltag.
FAQ: Was kostet Überwintern in Griechenland?
Wie viel Geld braucht man zum Überwintern in Griechenland?
Für eine Person sind etwa 1.100 bis 1.900 Euro pro Monat realistisch. Wer sehr sparsam lebt und günstig wohnt, kann darunter liegen. Wer zentral wohnen, oft essen gehen oder ein Auto nutzen möchte, sollte eher mit 1.700 Euro oder mehr rechnen.
Ist Griechenland im Winter günstig?
Griechenland ist im Winter oft günstiger als im Sommer, vor allem bei Unterkünften. Trotzdem sind beliebte Orte, zentrale Lagen und Energiekosten nicht zu unterschätzen. Besonders Athen und beliebte Inselorte können auch außerhalb der Saison teuer sein.
Wo kann man in Griechenland günstig überwintern?
Günstiger ist es oft außerhalb der touristischen Toplagen, zum Beispiel in kleineren Städten, weniger bekannten Küstenorten oder auf dem Festland. Kreta, der Peloponnes und manche Orte rund um Thessaloniki können interessant sein, wenn man gute Monatsmieten findet.
Ist Kreta im Winter teuer?
Kreta kann im Winter günstiger sein als im Sommer, aber beliebte Städte wie Chania oder Heraklion sind nicht automatisch billig. Die Kosten hängen stark von Lage, Unterkunft, Mietdauer und Nebenkosten ab.
Braucht man im Winter in Griechenland eine Heizung?
Ja. Auch wenn Griechenland milder ist als Deutschland, können Wohnungen im Winter kühl werden. Besonders abends und nachts brauchst du oft Heizung. Achte deshalb darauf, wie die Wohnung beheizt wird und ob Stromkosten inklusive sind.
Kann man ohne Auto in Griechenland überwintern?
In Athen und Thessaloniki geht das gut. Auf Kreta, dem Peloponnes oder kleineren Inseln ist ein Auto oft hilfreich, besonders wenn du außerhalb der Stadt wohnst oder viel erkunden möchtest.
Wie lange darf man als Deutscher in Griechenland bleiben?
Als EU-Bürger kannst du grundsätzlich nach Griechenland reisen und dich dort aufhalten. Wenn du länger als drei Monate bleiben möchtest, musst du dich in Griechenland bei den zuständigen Behörden registrieren.





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